Google Cultural Institute: Das Potential in der Kulturlandschaft – online wie offline

Wie The Art Newspaper kurz vor Weihnachten berichtete, eröffnete Google am 10.12.2013 ein Kulturinstitut in Paris, das direkt an der Google-Hauptzentrale beheimatet ist. Hier finden Kunst und Technologie einen gemeinsamen Platz unter einem Dach und gibt Studenten, Künstlern und Kuratoren die Möglichkeit zur kulturellen Interaktion. 3D-Kamera- und -Drucker, riesengroße interaktive Screens und vieles mehr steht zum Ausprobieren und für künstlerische Umsetzungen bereit. Eine neue Chance für Kreativköpfe und Kulturfuturisten um zu testen, was heutzutage alles möglich ist.

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Doch was steckt noch im Google Cultural Institute? Vor allem eine umfassende Abbildung der Google-Projekte im Onlinebereich, die sich rund um kulturelle Themen erstrecken. Das spannende „World Wonders Project“, die „Historic Moments“ und die thematischen Archiv-Ausstellungen sowie das von mir auch schon an mehreren Stellen beleuchtete „Art Project“.

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Google Cultural Institute: Das „World Wonders Project“

Vor 4 Jahren gestartet, wuchs die Zahl an mitmachenden Kunstinstitutionen beim Art Project von 17 auf 300. Allein in Deutschland haben sich bis dato über 20 Partner in der ganzen Republik gefunden. Die Grundidee ist nachwievor eine mit großem Mehrwert für die Internetuser: Egal auf welchem Ort ich auf der Welt bin, ich kann einfach in jedes Museum, das beim „Art Project“ mitmacht, hineinspazieren und mich dort umschauen, eigene Favoritensammlungen anlegen und sehr nah an die Bilder heranzoomen. So nah, wie ich im eigentlichen Museum gar nicht an ein Gemälde aus dem 16. Jahrhundert herankommen würde.

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Was genau möchte das Google Cultural Institute? Eine Antwort gibt der Einleitungstext auf der Website: „Google hat sich mit Hunderten von Museen, Kultureinrichtungen und Archiven zusammengeschlossen, um die Kulturschätze der Welt online präsentieren zu können. Mit einem Team engagierter Google-Mitarbeiter entwickeln wir Tools, die dem Kultursektor ermöglichen, mehr von seinem vielfältigen Erbe online zu präsentieren und für alle zugänglich zu machen.“ Es geht also vor allem um Teilhabe und Partizipation an Kulturschätzen und die Öffnung der Schatzkammern, in denen Kunstwerke und Zeitdokumente schlummern. Google verbindet bei all den virtuellen Angeboten seine bewährten Technologien wie z.B. StreetView, und die Institutionen und Protagonisten der Kultur können entscheiden, was sie beisteuern.

Dies bekräftigt auch Amit Sood, der Leiter vom Google Cultural Institute, den ich 2010 bei der Communicating The Museum-Konferenz in Düsseldorf kennenlernte: “The idea was that we would give the museums the technology, and then they choose what they want to put up online.” Im Grunde läuft dies mittelfristig auf eine Win Win-Situation heraus. Für Google (sie bekommen guten Content) und für die Museen (sie bekommen gute Technologie und Aufmerksamkeit). Dazu Anselm Baird-Smith von Google: “The Lab is not a virtual museum, nor is it a gallery, or an exhibition space. It is a work space which serves as an invitation to those working in the cultural sector to come and find new solutions using new technologies”.

Weitere Einblicke zu den Möglichkeiten gibt’s im Einführungsvideo:


Ich bin gespannt auf das, was sich online und offline noch ereignen wird und welchen Stellenwert Google langfristig in der Kulturlandschaft und Kulturproduktion (ideologisch und kommerziell) einnehmen wird. Ich bin mir sicher, dass es ein nicht ganz unwesentlicher sein wird. Denn auch der Markt rund um Kultur wird immer spitzere und bekehrte Zielgruppen entwickleln – sowohl im Netz, als auch im realen Leben.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Parisbesuch, bei dem ich dem Google Cultural Institute vorbeischauen werde – sofern möglich.

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