Museumsapps mit Mehrwert: Ligato, Art Shaker und Impuls Romantik

Der Museumsapp-Markt bewegt sich: In 2013 kommen einige gute Smartphone-Anwendungen von deutschsprachigen Ausstellungshäusern und Kulturprojekten auf den Markt. Über 100 sind es mittlerweile insgesamt! Nachwievor bietet Ines Gütt einen hervorragenden Überblick auf ihrer Seite www.museums-app.com. Allesamt sind sie hier aufgelistet: Die Multimedia- oder Audioguides im Handyformat und die besonderen Museumsapps, die dem digital visierten Kulturfan ein bisschen mehr an die Hand geben. Regelmäßig greift sich Ines Apps heraus, um sie zu rezensieren (gerne auch mal auf anderen News-Plattformen, Empfehlenswert auch der Online-Vortrag im Oktober von ihr). Immer wieder spreche ich mit ihr zu diesem Thema. In der vergangenen Zeit sind mir nun 3 Museumsapps aufgefallen, die sich eindeutig durch einen zusätzlichen Mehrwert von vielen anderen Apps, die häufig NUR (wenn überhaupt) zum Ausstellungsbesuch heruntergeladen werden und nach dem Museumsausgang wieder vom Smartphone verschwinden, unterscheiden. Diese will ich – wie bereits zuvor die Apps der SCHIRN Kunsthalle und des Archäologischen Museums Hamburg (und ein paar weitere, die ich bei Gelegenheit noch nachtragen werde) – hier kurz vorstellen.

1. „Ligato“ vom DDR-Museum Berlin

Die App „Ligato“ ist die zweite App des in Berlin ansässigen DDR Museum. Bereits zuvor entwickelte die Institution eine Spieleanwendung, die auf die Kommunikation der Museumsinhalte setzte. Innerhalb eines Quiz konnte der User sein DDR Wissen testen. Nun legt das Museum nach und steigert den Gaming-Faktor. Ligato ist ein altes Spiel, das vor knapp 30 Jahren in der DDR erfunden, aber nie produziert wurde. Das Brettspiel von damals ist ein simples, aber strategisches Game irgendwo zwischen Dame, Schach und Backgammon angesiedelt. Nun wurde es vom Museum im neuen technologischem Gewand wiederbelebt. Und das ist noch nicht alles: Ein Comic, der die Geschichte des Spiels erzählt, ist ebenfalls in der App integriert. Dieser wird allerdings erst freigegeben, sobald 10 Spielerfolge erzielt wurden. Nicht unclever!

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Das Konzept, dass ein Museum basierend auf einem alten Spiel und ohne direkte Einspeisung seiner Inhalte eine App entwickelt, ist neu und gefällt. Denn wer ein Smartphone besitzt, der weiß, das zum Zeitvertreib oft und gerne Spiele aufgerufen werden. Genau das Smarthone-Verhalten macht sich das Museum bei der App zu nutzen. Alle Infos zur App gibt es auf dem Blog des MuseumsDie App gibt es für iPhone, iPod touch und iPad, demnächst auch für Android-Systeme.

2. „ArtShaker“ der Fondation Beyeler Basel

Dass Bildbearbeitungs- und Fotofilter-Apps sind auf jedem Smartphone zu finden. Egeal ob Photoshop Express, Instagram, Tadaa, EyeEm oder oder oder. Mittlerweile gibt es unzählige Anwendungen, die sich rund um die Eigenschaft der Smartphones, Fotos machen zu können, beschäftigen. Nun greift die Fondation Beyeler mit ihrer Museumsapp genau dies auf. Mit „ArtShaker“ lassen sich selbst aufgenommene Fotos oder Bilder der musealen Sammlung verfremden, bearbeiten und in neue künstlerische Meisterwerke umwandeln.

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Die über 20 Filter der App sind inspiriert von den großen Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts von impressionismus und Surrealismus bis Op-Art und Pop-Art. Die Intensität und Ausprägung der Filter lassen sich dabei auf zweiterlei Art und Weise verändern: Durch Berühren und Wischen mit dem Finger auf dem Touchscreen oder durch Veränderung des Neigungswinkels vom Smartphone. Um gute und innovative Resultate zu erzielen, benötigt es allerdings ein bisschen Übung und wiederholtes Experimentieren. Oft entscheidet auch die Kombination mehrerer Filter, ob aus ein Foto ein Kunstwerk wird. Alle Infos zur App gibt es auf der Website des Museums. Die App gibt es für iPhone und iPad

3. Impuls Romantik – Hessische Schlösser und Gärten

„Ligato“ und „ArtShaker“ funktionieren am besten zu Hause. Dort ist man nicht von Kunstwerken o.Ä. abgelenkt und kann sich auf die Herausforderung am Smartphone konzentrieren. Der Ausstellungsbesuch eignet sich also nicht unbedingt😉 Für die Nutzung der App Impuls Romantik ist ein Vorortsein jedoch Grundvoraussetzung, wenn man sie in allen Zügen anwenden will. Neben umfassenden Multimedia zu dem Thema Romantik rund um Frankfurt gibt es hier auch eine Aufgabe zu lösen, die im Anschluss belohnt wird.

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Ein Spaziergang durch Museen, Schlösser, Gärten und an historische Orte macht viel Spaß. Noch mehr, wenn man einen umfassenden digitalen Guide in der Tasche hat. Dies bietet „Impuls Romantik“. Aufgeteilt in verschiedene Schwerpunkte, begleitet einen die App an die Orte in Hessen (Schwerpunkt Frankfurt und Umgebung), die  für Romantik stehen. Hier kommt der Naturfan genauso auf seine Kosten wie der Kunstliebhaber und Poesieaffine. Wer sich erst einmal an die Romantik und seine Orte herantasten will, dem wird eine Auswahl an Spaziergängen und Themenrundgängen vorgeschlagen. Gezielt lassen sich per Ortserkennung auch nahegelegene Orte anzeigen, zu denen die App Auskunft geben kann. Alles mit einem fein ausgearbeiteten Audioguide. Diejenigen, die auf Schnitzeljagd gehen wollen, können die blauen Blumen einsammeln, die an bestimmten Ankerpunkten hinterlegt sind (für jede 10. Blume gibt es einen Preis). Eine App als guter Begleiter für romantische Ausflüge mit dem Smartphone. Alle Infos zur App gibt es auf der Website der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Die App gibt es für iPhone und Android.

Viel Spaß beim Austesten der neuen Museumsapps, die bereits jetzt eine gute Tendenz auf dem markt aufzeigen: Die Anwendungen werden besser, spannender und mehrwertschaffender. Ein guter Weg!

PS: Eine Frage, die ich neulich bei einem Kurzbesuch in Berlin auch mit Ines anriss: Woher rührt es eigentlich, dass die meisten Museumsapps im Appstore noch keine oder ganz ganz wenige Bewertungen haben. Logisch betrachtet müssten es doch so einige Mitarbeiter/innen im Museum geben, die sich die App downloaden. Ich lasse das einfach mal so im Raum stehen.

3 Kommentare

  1. […] Drei Apps mit Mehrwert. “Ligato” vom DDR-Museum Berlin erweckt ein nie produziertes Spiel zum Leben. Ein eigenes Foto wird mit “ArtShaker” zum Kunstwerk. Mit “Impuls Romantik” können wie bei einer Schnitzeljagd Blaue Blumen gesammelt und mit dem digitalem Guide Orte der Romantik erkundet werden. dermuseumsheld.wordpress.com […]

  2. Der Link zur Museums-App-Seite funktioniert leider nicht…

    1. Hallo Monika Meurer, ist nun upgedated. Hier einmal direkt: http://museums-app.com/ Viele Grüße, Sebastian Hartmann

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