Museumsapps mit Mehrwert: Mit der neuen SCHIRN-App „Street-Art Brazil“ in Frankfurt entdecken

Vor einiger Zeit habe ich hier auf dem Blog die Rubrik „Museumsapps mit Mehrwert“ gestartet. Der erste Beitrag beleuchtete die Smartphone-Anwendung des Helmsmuseum in Hamburg. Eine App, die vor allem auf Gamification, Infotainment und als Guide ausgerichtet war. Eigentlich bin ich kein allzu großer Fan von Apps, die nahezu ausschließlich als Leitsystem durch ein Ausstellungsprojekt dienen. Gerade wenn seitens des Museums einiges an Geld in die Hand genommen, sollte eine App eben mehr bieten als einen Audioguide. Ines Gütt (@museumapp) hat dazu vor ein paar Tagen noch einen Artikel publiziert.

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Neue App der SCHIRN: „Street-Art Brazil“

Nun hat der Appstore seit einigen Tagen etwas neues für den museums- und kunstaffinen iPhone-Nutzer zum Download. Die neue App der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt zur Ausstellung „Street-Art Brazil“, die am 05.09. eröffnete. Im Rahmen des Gastlandauftritts von Brasilien bei der Frankfurter Buchmesse 2013 präsentiert die SCHIRN erstmals in Deutschland die Vielfalt der brasilianischen Graffitikunst. Und das nicht nur im Museum, sondern auch im urbanen Raum (wie es sich für Streetart gehört) – in der Innenstadt von Frankfurt. Künstler/innen des südamerikanischen Landes gestalteten hier verschiedene Orte. Ein klasse Ausstellungsprojekt, dass ich mir definitiv noch ansehen werde. Kommen wir aber nun zur App, die zu „Street-Art Brazil“ entwickelt wurde und für iOS und Android erhältlich ist.

Sie ist grundsätzlich als Multimedia- und Guide-Anwendung zu sehen. Doch sie bietet eben die Mehrwerte, die einen Smartphone-Nutzer motiviert, die App herunterzuladen. Nach dem Donwload kann man zuerst zwische deutsch und englisch wählen. Danach erscheint das Hauptmenu, wo der User zwischen verschiedenen Wegen wählen kann. „Hier geht’s lang“ ist der erste Menupunkt, der einem direkt eine Google-Karte mit Markierungen anzeigt. Sie verorten die brasilianische Streetart, die im Frankfurter Stadtraum entstanden ist und die nun erkundet werden kann. Tippt man auf eine der Fahnen, gelangt man auf ein Kunstwerk, zu dem sich dann ein Multimedia-Menu öffnet. Neben einem Guide-Text lassen sich hier die Bilder und auch das Video zum Künstler aufs Smartphone herunterladen. „So kommst du hin“ führt wieder auf die Google-Karte mit den Stecknadeln, die die Standorte der Kunstwerke in Frankfurt markieren.

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Mit der App „Street-Art Brazil“ die brasilianische Straßenkunst in Frankfurt durchwandern

Für mich als großen Streetart-Fan ist die App ein gutes Beispiel dafür, wie eine Streetart-Führung in ein Smartphone passt. Nämlich mit einer sinnvollen Verknüpfung von Künstlerinfos, Google Maps-Verortung, gut gemachten Videos über die Künstler bei der Arbeit und im Interview und Fotos der fertigen Kunstwerke, die es zu sehen gibt. Streetart ist eine Kunstform, auf die man im Alltag erst gestoßen werden muss. Die App kann dabei helfen, den Stadtraum anders zu erfahren und eben nicht an den Orten der Kunst vorbei zu laufen. Sie kann einen durch die Stadt lotsen und auf Streetart-Erkundungstour schicken. Das finde ich klasse, da sie den Entdeckergeist anspricht.

Wer die Bilder der brasilianischen Streetart-Künstler schön findet, kann sie sich aufs Handy downloaden oder sie auch in einem der zahlreichen Social Networks teilen oder ganz 1.0-mäßig auch noch als eCard per Mail versenden. Der Bogen zur SCHIRN und den Angeboten der Kunsthalle wird mit dem Bereich geschlagen, wo der User sich über die öffentlichen Führungen und das Basisangebot informieren oder ein bisschen im gut gemachten SCHIRNmag stöbern kann.

Neben der App gibt es zur Ausstellung einen kurzen, sympathisch gemachten Trailer und demnächst einen Tweetup im Museum. Besonders klasse finde ich zudem die „Echtzeit-Pinnwand“. Instagram-User, die selbst Fotos von den Streetart-Werken in Frankfurt machen, können diese im Fotonetzwerk mit #StreetArtBrazil taggen. Die geposteten Bilder werden vom Präsentationsrechner hierarchisiert und in wechselnden Zusammenstellungen zentral an die Foyerwand in der SCHIRN geworfen. Die Anordnung der Bilder wird dabei von einem speziell entwickelten Layout-Algorithmus übernommen, der sie nach ihrer Aktualität (Größe) und Farbigkeit (Position) in der Projektion ausspielt. So erhält die Echtzeit-Pinnwand bei jeder Betrachtung ein anderes Aussehen mit einer neuen Zusammenstellung der aktuellsten Bilder. Es entsteht eine sich ständig wandelnde Bildcollage. Dies alleine ist schon wieder einen Blogpost hier wert🙂

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