Die MAI-Tagung „vom Sofa aus“ mitlesen: Der Mehrwert des Twitterns auf und von Konferenzen

1001 Konferenzen und viel zu wenig Zeit

Round about war ich in den vergangenen 5 Jahren auf ca. 40 Konferenzen rund um Museum, Museum und Internet oder Museum und Social Media. Es waren stets spannende Veranstaltungen mit jeder Menge Input, tollem Austausch und Netzwerken mit Gleichgesinnten und neuer Inspiration für die Museumsarbeit. Doch was ist, wenn man mal nicht mit dabei sein kann? Auf einem stARTcamp, der Republica, der Communicate The Museum, einer MuseumNext, einer ecsite oder oder oder? Dann setzt man einfach auf diejenigen, die dort sind und das ganze Treiben in Echtzeit dokumentieren. Sie twittern, facebooken, filmen,… und stellen es entweder direkt und kurze Zeit später ins Internet. Je mehr Mitmachende es gibt, um so reichhaltiger ist der Content, der während und nach einer Konferenz durch das Netz strömt und von denen, die nicht vor Ort sein konnten, aufgesogen werden können. Eine feine Sache, denn so konnte ich am 23. und 24. Mai 2013 mehr oder weniger mittendrin dabei sein, bei der MAI-Tagung – Museum And The Internet 2013 in der Bundeskunsthalle in Bonn.

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Von der diesjährigen MAI-Tagung wurde mit dem Hashtag #Maitagung getwittert.

#Maitagung auf „Heavy Rotation“.

Bereits bei den vergangenen MAI-Tagungen wurde ordentlich getwittert. Wobei 2011 nicht ganz klar war, welcher Hashtag nun genau genommen wird. In 2012 wurde das durch die Teilnehmer/innen schnell im Vorfeld festgelegt. In diesem Jahr einigte man sich deutlich vor der Tagung auf #Maitagung. Eine Twitterwall wurde eingerichtet und schon vor der Tagung schossen einzelne Tweets durch die Timeline. Ich zählte vor allem auf Tanja Neumann, die ab Start der Maitagung unentwegt Kernthesen, Stimmungen, Meinungen und Fragestellung aus der Bundeskunsthalle twitterte. Als besonderen Service stellte sie sogar beide Konferenztage im Storify-Format zusammen (Vielen Dank dafür! Viele wissen nicht, das Tweets nach eine bestimmten Zeit nicht mehr in der Suche auftauchen.) und bildete für mich oft eine Schnittstelle zur Tagung an beiden Tagen. Doch auch viele andere zwitscherten ordentlich mit und bereicherten so die Berichterstattung mit jede Menge Impressionen und Meinungen. Tanja Neumann stellt am Ende der MAI-Tagung noch eine Auswertung des Hashtags vor, die unter anderem illustrieren sollte, welchen Mehrwert eigentlich das Twittern von Konferenzen haben kann (eine ausführlichen Bericht werden wir sicherlich noch auf ihrem Blog, www.museumstraum.de, die Tage lesen).

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Twitter-Foto von @WWecker (Wera Wecker), eine der twitternden Teilnehmer/innen von der MAI-Tagung

Und nun: Was bringt dieses Live-Twittern eigentlich?

Eine nicht ganz unerhebliche Frage, auf die es viele Antworten gibt. Aus der Dimension des Veranstalters lassen sich folgende Aspekte festhalten: Dokumentation der Tagung durch die Teilnehmer, Berichterstattung im Internet, Bekanntmachung und Bewerbung der Tagung für das kommende Jahr, Impulse aus dem Social Web für die Tagung. Von Seiten der Teilnehmer/innen lassen sich folgende Vorteile aufführen: Schriftliches Festhalten der wichtigsten Erkenntnisse, Profilbildung als Berichterstatter mit themenrelevanten Content an das Follower-Netzwerk und darüber hinaus, Austausch mit gleich gesinnten Twitterern im Netz und vor Ort. Die letzte Zielgruppe, die einen Mehrwort vom Twittern hat, sind eben die, die nicht vor Ort sind. Sie erhalten Informationen aus erster Hand von einer Tagung von einer Vielzahl von Personen, können gezielt Frage stellen und Anregungen in die Runde geben, können nahezu direkt mit dabei sein. Da die Tagung dieses Mal erneut mit 150 Anmeldungen ausgebucht war, erwies sich die Twitterei somit doppelt als goldwert, um einiges von den vielen spannenden Projekten aus Deutschland und dem diesjährigen Länderschwerpunkt „Niederlande“ mitzubekommen.

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Eines der vielen spannenden Beiträge: Das Reichsmuseum Amsterdam präsentierte ihr Projekt „Rijks Studio“

Warum ich nicht auf der MAI-Tagung war – und irgendwie dann doch.

Gerne hätte ich auch dieses Jahr dort einen Vortrag gehalten wie ich es bereits 2012 in Leipzig („Museen und Google+“) und 2011 in Bremerhaven („Museum und Social Web: Von Besucherkommunikation bis Kundenbindung“) gemacht hatte. Doch zeitlich klappte es dieses Jahr bei mir nicht. Nicht desto trotz freute ich mich, dass einige Projekte seitens von Museen vorgestellt wurden, bei denen ich mitgemacht bzw. bei denen ich beraten hatte. So referierte Barbara Wiench vom Museum Kunstpalast zum „El Greco-Bildpaten“ Projekt, Alissa Krusch der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen stelle die Paul Klee-Sammlung Online vor (hier beriet ich zu Umsetzungfragen), Katja Baron stellte das Museum2.0 des LWL-Museums für Kunst und Kultur Münster vor (hier beriet ich zu Social Media-Aspekten) und Lisa Kolb berichtete von der Dresden Summer School 2012, wo ich einen Vortrag hielt. Während des ganzen Programms twitterte ich ordentlich mit, gab immer wieder Fragen in die Runde, die punktuell auch aufgegriffen wurde und konstatierte am Ende, dass ich dann doch gerne einen Beitrag zu „Museum und Facebook“ gehalten hätte (warum und wieso erkläre ich an späterer Stelle. Bereits während der Mai-Tagung kündigte ich für diesen Blog den „Beitrag, den ich nicht auf der MAI-Tagung 2013 gehalten habe“ an). Wie dem auch sei, irgendwie war ich dann am Ende doch dabei, wenn auch nicht physisch, sondern nur „vom Sofa aus“. Und 2014, wer weiß…

Hier gibt es einen Beitrag zur MAI-Tagung von Christian Gries inklusive Präsentation seines Workshop.

Hier gibt es einen Beitrag zur MAI-Tagung von Helge David / openmuseum.de inklusive Präsentation seines Vortrags.

8 Kommentare

  1. Schöner Beitrag. Danke!

    2012 hieß München übrigens noch Leipzig.😉

  2. Na das wird sofort mal geändert😀
    Und danke für dein Feedback🙂

  3. […] Der Museumsheld: DIE MAI-TAGUNG “VOM SOFA AUS” MITLESEN: DER MEHRWERT DES TWITTERNS AUF UND VON … […]

  4. museumstraum · · Antworten

    Vielen Dank für die schöne Erklärung, wie es sich anfühlt, via Twitter mit dabei zu sein! Mir ging es ja 2011 so, als ich nicht nach Bremerhaven fahren konnte. Aber jetzt wird dieser Link erstmal das Letzte, das ich in die Twitter-Analyse noch einfüge, bevor ich sie an Herrn Martini verschicke.🙂

  5. 🙂 Danke für dein Feedback. Und für die VErlinkung in den Twitter-Report 🙂

  6. Hey, du hast mich einfach umbenannt! Nun lass mir doch meinen Pseudo-Adel!😉 War toll, dass du uns so durchgängig verfolgt hast.

    1. Soooo. Den Adelstitel korrigiert😉
      War spannend mitzulesen (auch wenn es nicht ganz durchgängig, sondern mehr punktuell zwischendurch war ;-)) VG, Sebastian

  7. […] kürzlich hat Sebastian Hartmann über die Vorteile des Twitterns bei Konferenzen geschrieben. Am Beispiel der Neujahrs- und Silvesterkonzerte von Orchestern hatte ich darauf […]

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