„Nein, bitte keinen Livestream!“ Was die Band Linkin Park mit dem Künstler Jeff Koons verbindet

Vor einiger Zeit berichtete ich hier auf dem Blog, wie sehr mich die Echtzeit-Berichterstattung von Rock am Ring dieses Jahr begeisterte. Ich war nicht dort, aber irgendwie vor Ort. Eines der Highlights war der Livestream, der einem tolle Konzerte ins Wohnzimmer durch den Laptop brachte. So weit, so gut. Nur für eine Zielgruppe durfte das Ganze enttäuschend gewesen sein: Für Linkin Park-Fans, die von Zuhause aus das Spektakel mitverfolgen wollten. Denn die Band untersagte die Übertragung auf den großen Screens beim Festival und das Streaming im Internet. Verpasste Chance oder wirtschaftliche Kalkulation? Man weiß es nicht. Fest steht: Fanfreundlich war dies nicht; und trotzalledem wollen sie nun, dass eben aucg genau diese Zielgruppe, ihr neues Album kauft.

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Doch nicht nur Musikbands haben „Angst“ vor dem Internet und seinen „fiesen“ Verbreitungsmechanismen. Auch bildende Künstler, die sich exklusiv vermarkten wollen, scheuen sich, während eines Auftritts eine Kamera mitlaufen zu lassen und mehr Menschen als im Publikum sitzen zu erreichen. So geschah es am vergangenen Mittwoch, dass Skulpturen-Künstler-Star Jeff Koons in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt eine Idee des Museums torpedierte und die User, Fans und Follower im Internet nicht an der Veranstaltung (die nahezu ausgebucht war) via Livestream teilhaben lassen wollte (die Begründung wurde via Twitter und Facebook veröffentlicht).

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Unabhängig davon, dass der Livestream eine gute Werbung für ihn und seine Ausstellung in der Schirn und im Liebieghaus gewesen wäre (durch Internetaktivitäten werden heutzutage einfach die meisten Kauf- und Konsumentscheidungen mitbestimmt), zeigt es wieder einmal, dass Künstler mehrerer Spaten Vorurteile gegen das Internet von heute hegen und es nicht verstehen, mit adäquaten Geschäftsmodellen und den Social Media-Mechanismen ihre PR und vor allem ihre künstlerische Arbeit im Netz zu promoten.

Viele enttäuschte Fans sind deutlich schlechter als viele begeisterte Fans. Oder?

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