Ein Museum hat auf Facebook kein Privatprofil, sondern eine Fanseite. Zu den Regeln eines Netzwerks

Immer wieder beschäftige ich mich von Berufswegen her den AGBs von Facebook. Aber auch den Möglichkeiten eines Museums für diese Plattform. Wie kann ein Konzept, eine Strategie oder eine Kommunikationsstruktur für ein Museum auf Facebook aussehen? Wie erreicht man eine museumsrelevante Zielgruppe? Was muss grundsätzlich beachtet werden, wenn eine Präsenz eingerichtet werden soll? Und genau dabei fällt mir fast tag täglich eine bestimmte Sache auf: Immer wieder entdecke ich Kulturinstitutionen (insbesondere auch Museen) auf, die ihre Facebook-Aktionen über ein Privatprofil und nicht über einer Unternehmens- bzw. Fanseite umsetzen. Dies ist nicht nur schade (aufgrund fehlender Funktionen, siehe unten), sondern ist auch nachwievor gegen die Allgemeinen Geschäftbedingungen des Betreibers Facebook. Bis vor einiger Zeit ermöglichte Facebook das einfache Umwandeln von Profil- zu Fanseiten. Auf dem Blog von Schwindt-PR wurde das Thema ausführlich behandelt. Aber sowohl im Beitrag als auch den Kommentaren wurde schnell deutlich, dass dieser einfache Weg auch mit Problemen behaftet ist. Einige der Bedenken teile ich ebenfalls und manche Gegebenheiten, die eine solche Umwandlung mit sich bringen würden, wären für eine Fanseite in der Zukunft unschön.. Die Funktion zur Seiten-Umwandlung wurde schlussendlich wieder deaktiviert.

Annette Schwindt Facebook Fanseite Privatprofil

Screenshot eines Fanseiten-Beitrags von schwindt-pr zum Thema „Facebook_ Fanseite und Privatprofil“

Vor einiger Zeit verwies Facebook-Fachfrau Annette Schwindt wieder einmal auf ihren ausführlichen und aussagekräftigen Blogartikel zu diesem Thema. Auch aus aktuellem Anlass. Denn immer wieder hört man in vergangenen Wochen davon, dass Facebook bei Privatprofilen, die eben dafür nicht verwendet werden, gerne auf die Lösch-Taste drückt (da eben diese Präsenzen – wie oben bereits geschrieben – gegen die AGBs sind). Deswegen möchte ich hier nicht nur eindringlich über die Sachverhalt aufklären, sondern auch Betreiber von kommerziell genutzten Privatprofilen aufrufen, alsbald eine Fanseite zu eröffnen (wie es im Bildbeispiel unten die Kunsthalle Lingen gemacht hat).

Kunsthalle Lingen Facebook

Screenshot des Facebook-Privatprofils der Kunsthalle Lingen, die zum weiteren Folgen aufruft, der Fanseite zu folgen aus dem Jahr 2012. Mittlerweile mit Facebook-Fanpage

Wer mit den AGBs von Facebook noch nicht überzeugt ist, sollte zusätzlich ein paar Dinge wissen: Privatprofile haben eine Verbindungsbegrenzung auf 5000 Kontakte. Spätestens dieser Sachverhalt ist für eine dauerhafte und langfristig angelegte Nutzung von Facebook natürlich nicht haltbar. Darüber hinaus kann einem Privatprofil kein Ort zugewiesen werden (d.h. man kann die Check-In Funktion nicht mit dem Profil verbinden). Auch weitere Anwendungen wie Gewinnspiele, Video-/Audio-Applikationen oder die Darstellung des Impressums, das Pflicht eines jeden kommerziellen Anbieters ist, sind bei einem Privatprofil nicht möglich.

Also liebe Museen, Galerien, Ausstellungshäuser,..: auf zur Fanseite und dort mit den Fans (!) kommunizieren, sie informieren und teilhaben lassen.

One comment

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel! Zu erwähnen ist außerdem, dass die statistischen Auswertungsmöglichkeiten mit einem Privatprofil gleich Null sind. Nur eine Facebook-Seite profitiert von den „Facebook Insight“ Statistiken. Daher ist es in der Tat mehr als schade, wenn man auf ein Profil setzt. Möchte man zudem mit einem Privatprofil per Anzeigenschaltung werben, sind einem ebenfalls stark die Hände gebunden😉

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