Das Museumserlebnis der Zukunft Teil 2: Wie das MoDAC und GoogleMax Familie Schmidt „La Danse“ von Henri Matisse nach Hause bringt

Welcome to Utopia: Wer als Kunstfan im Jahr 2018 lebt, genießt einige Vorteile. Nein, im Ernst: Er hat wohl wirklich Glück gehabt. Nicht, dass es bei jemanden im Jahr 2011 anders gewesen wäre. Doch einige Jahre später gibt es Dinge, die man sich 7 Jahre zuvor nun wirklich nicht vorstellen hätte können. Museale Einrichtungen über den ganzen Planeten haben die Zeichen der Zeit erkannt. Sie kooperieren mit Weltkonzernen und nutzen Marktlücken, um Neues geschaffen. Nun können Menschen auf dem ganzen Globus sich nach Belieben genau das anschauen, was sie gerne möchten. Unabhängig von Zeit, Raum und Mobilität. „GoogleMax“, eines der 10 größten digitalen Mogule der Welt und das MoDAC, das Museum of Digital Art Communication, machen es möglich. Wie es funktioniert erzählt uns Marc Schmidt, 42, Obsthändler und Matisse-Fan. Sein größter Wunsch: Einmal „La Danse“ erleben.

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Die virtuelle Version von „La Danse“ von Henri Matisse

„Sofern es mir möglich, nutze ich meine Freizeit für kulturelle Ereignisse in der Stadt. Oft gehe ich abends mit meiner Frau in eines der noch übrig gebliebenen, Universalmuseen. Hervorragend, was z.B. das „Museum unserer Zeit“ in der Stadt anbietet. Auch für Kinder: Am Wochenende kann man dort ein paar schöne Stunden mit der ganzen Familien verbringen. Doch seit einiger Zeit schwirrt mir ein Wunsch im Kopf herum. Gerne würde ich als großer Matisse-Fan einmal das Meisterwerk „La Danse“ anschauen, es in aller Schönheit auf mich wirken lassen, nur wenigen cm von ihm entfernt stehen. Schon oft hab ich es mir angeschaut. In Büchern, im NetWeb und natürlich auf dem Plakat, was bei uns in der Küche hängt. Doch ich staunte nicht schlecht, als ich vorige Woche über ein neues Angebot von „GoogleMax“ und dem MoDAC stolperte:

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Das imaginäre Logo von Google Max

„Dein Lieblingsbild und noch viel mehr bei dir zu Hause erleben“. Eine Alternative zu der teuren Reise einmal um den Erdball mit der ganzen Familie? Zudem musste das über 100 Jahre alte Werk geschont werden und wurde nur selten öffentlich gezeigt. In einer Sonderausstellung in unserer Nähe – undenkbar.

Die Grundausstattung für Das Museumhatten wir uns vergangenes Jahr zugelegt. Über das Netzwerk „MyLife“ wurde ich auf das Angebot aufmerksam: 360 Grad-Projektor in 3 D inklusive Brillen zum Schnäppchenpreis. Da musste ich zuschlagen. Den passenden 0-Room (Zimmer ohne Möbel, weiße Wände, Decke und Boden) hatten wir schon. Das GoogleMax/MoDAC-Angebot kostete 50 € pro Erlebnis. Preisgünstig war es nicht zumal die Verwendung eines iPadNext empfohlen wurde. Aber gut, die Reise in die USA hätte ein Vielfaches gekostet.

Nachdem ich an einem verregneten Wochenende das Geld für das Museum-Home-Entertainment bezahlt hatte, erhielt ich einen Zugangscode auf mein OmniPhone. Diesen konnte ich direkt an den 360 Grad-Projektor weiterleiten. Nun konnten wir uns fertig machen. Meine Frau und die Kinder wollten sich das auch auf gar keinen Fall entgehen lassen. Tom, mein Sohn, schnappte sich als erstes das iPadNext und dann ging es auch schon los. Wir sammelten uns in der Mitte des O-Raums. Das Erlebnis startet. Erst war es dunkel, die Spannung stieg. Der Projektor warf in Sekundenschnelle ein Panorama an die Wand. Wow, in weniger als einer Minute standen wir im Museum. Unglaublich, als wäre man mitten in einem Film.
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Alles schien so real. Eine Stimme begrüßte uns und es erschienen die ersten Bilder an der Wand. Die Kinder waren begeistert. Meine Frau und ich natürlich auch. Wir konnten die Wände entlang gehen und per Knopfdruck auf meinem OmniPhone neue Kunstwerke von Picasso, Kandinsky, Dix und vielen anderen uns an der virtuellen Museumswand aufrufen. Wenn wir wollten erzählte uns die freundliche Stimme ein bißchen was zu den Bildern oder machte mit uns ein Kunstwuiz. Mit den Brillen, die eine Auflösung von 500 Mio Pixeln generierte, konnten wir ganz nah an die Gemälde heran (im Museum ständen bereits die Sicherheitsleute vor uns) und den Farbauftrag der Künstler ganz genau nachverfolgen. Und dann kam der Clou: Unter Zuhilfenahme des iPadNext konnten wir das Material fühlen. Die imitierte Ölfarbe auf der Oberfläche des iPads fühlte sich an wie original. Unglaublich.Nach ca. einer halbe Stunde Reise durch die Welt von Impressionisten, Expressionisten und Futuristen war es nun Zeit für unser Highlight. „La Danse“ von Henri Matisse. Bereits die vorigen Werke schienen so real, doch was wir dann über die komplette Kopfwand sahen, raubte uns den Atem. Wir näherten uns dem Gemälde von 1909 und konnten nicht sagen, ob es nun dort an der Wand hang oder nicht. Nahezu greifbar war die Leinwand und die Farbe auf ihr.

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Detail-Aufnahme von Kunstwerk „La Danse“ von Henri Matisse

Im Hintergrund fing passend zur Bewegung der vier Figuren ein Lied an zu spielen. Es kam mir irgendwie bekannt vor und passte wunderbar als akustische Untermalung zu dem Bild. Es klang ein wenig wie aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ und dem Lied „J’y suis jamais allé“. Französische Musik, wie man sie in den Gassen von Nantes hören würde. Klasse! Wir genossen den Anblick des Meisterwerks. Immer wieder schauten wir uns Details des Bildes an und versuchten dem Pinselstrich des Künstlers Matisse zu folgen und es auf uns wirken zu lassen. Nach einer Stunde verblasste langsam die Umgebung. Unser Museumserlebnis @home neigte sich dem Ende. Ein schönes Erlebnis, welches für meine Frau, meine Kinder und mich nicht das letzte gewesen sein wird. Vielen Dank an das MoDAC und GoogleMax. Es hat Spaß gemacht.

Und eins steht nun für fest. Nächstes Jahr fliegen wir alle gemeinsam um die halbe Welt, um das ganze einmal in Echt zu erleben.“

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