Das Museumserlebnis der Zukunft Teil 1: Was ist Vision und was bleibt Realität?

Es gibt gewisse Momente, in denen einem Science Fiction-Filme merkwürdig vorkommen. Das liegt natürlich in der Natur der Filme ansich. Eben „Science Fiction“. Doch in dem Moment, in dem man sich mit der Zukunft von Museen und dem Technologie-Einsatz vor Ort und für das Museum im World Wide Web beschäftigt, stiften sie Verwirrung und schaffen erneut Inspiration. Was geschah: Ich stieß auf einenFilmausschnitt vom Film „Demolition Man“ (1993), der im Jahr 2032 spielt. Auch dort gibt es ein Museum mit einer Abteilung „Hall Of Violence“, welche für eine Actionszene genutzt wurde“. Regisseur Marco Brambilla konstruierte mit der Ausstellungsfläche zu den Themen „Gewalt“ und „Krieg“ ein museales Erscheinungsbild, welches sich von dem heutigen allerhöchstens in Kleinigkeiten unterscheidet. Ansonsten gibt es Vitrinen, Objekte, Beschriftung, Beleuchtung und eine Stimme, die den umherlaufenden Besuchern den Weg weist. Für heutige Verhältnisse nichts außergewöhnliches.

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Screenshot aus dem Film „Demolition Man“ aus dem Jahr 1993

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Screenshot aus dem Film „Demolition Man“ aus dem Jahr 1993

Sogar vielleicht ein bisschen zu minimalistisch für das Jahr 2032?! Zur Zeit des Filmdrehs (als es bereits Vorstellungen von futuristischen Bauten und raumschiffartigen Autos gab und natürlich Filme wie Star Wars oder Tron existierten) war die kommende technische Revolution der Computer- und Internettechnologien für den Otto-Normal-Verbraucher gerade am Anfang. Kurzum: Die Ausmaße des digitalen Zeitalters und die Möglichkeiten für den Einsatz in Museen waren überhaupt noch nicht absehbar, geschweige denn wurden sie wohl als relevant eingestuft. In der Realität wurde für museale Einsätze technologisch wohl vorwiegend „robotisch“ gedacht, wie z.B. in der Realisierung durch das Fraunhoferinstitut Ende der 1990er, die den Besucher animieren und begleiten sollte oder an Weiterentwicklungen der Guidesysteme getüfftelt.

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Roboter im Museum für Kommunikation, Bild: http://www.care-o-bot.de/

Dass die Hülle und die Räumlichkeiten eines Museums zukünftig in Science Fiktion-Filmen aus heutiger Sicht und heutigem Stand der Technologie anders dargestellt werden würde, bedarf keiner weiteren Diskussion. Besonders nicht, wenn man sich Leuchtturm-Projekte wie das Zayed National Museum in Abu Dhabi anschaut. Auch die Auswahl der Ausstellungsthemen und -inhalte und auch Sammlungen werden sich entsprechend der Zeit-, Kunst- und Kulturgeschichte anpassen. Doch wie wird es zukünftig mit der Vision und Realität von Technologieeinsatz im Museum für und durch den Besucher aussehen? Wie wird man sich durch eine Ausstellung bewegen, welche technologischen Hilfs- und Gebrauchsmittel werden einen Einsatz finden, welche Rolle wird die digitale Welt beim Museumsbesuch einnehmen?

Christian Gries aus München formulierte vor einigen Wochen unter dem Titel „Mit dem Glaube an Entwicklung“ auf seinem Blog eine spannende Vision eines Museumsszenarios/-besuches2.0 in der Zukunft. Nicht zuletzt war auch sein Blogpost (aber auch die Blogparade auf „Da Capo“ zum Thema „Das Konzert der Zukunft“) der Stein des Anstoßes zu meiner nun kommenden Beitragsreihe hier, bei dem ich die digitalen und technologischen Ansätze für den Museumsbesuch von morgen weiter andenken möchte. Und zwar aus Sicht verschiedener Zielgruppen mit unterschiedlichen Geschichten/Rahmenbedingungen und diversen Service-/ Technologieansätzen.

Eins ist sicher: Viele Museen sind weltweit bereits zu diesem Thema gut aufgestellt und entwickeln sich stets weiter, sodass die Zukunft in und um die Museen herum spannend wird – egal ob so minimalistisch wie in „Demolition Man“ oder als wahres „Science Fiction“-Museumserlebnis.

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