„Wenn Dinge aus dem Alltag verschwinden, und sie in ein digitales Youtube-Museum wandern“ – das „MOOO“ von Jung von Matt/next

„MOOO“ steht für „Museum Of Obsolete Objects“ und ist ein museales Online-Projekt von Jung von Matt/next, die bereits in der vergangenen Woche mit einem gesellschaftlich-künstlerischen Projekt in den Medien waren. Bei eben diesem konstruierten sie das Zimmer eines typischen Jugendlichen von heute. Hier der Bericht auf Spiegel online inklusive Fotos. Beim „MOOO“ entfernt sich die Agentur ein wenig vom hier und jetzt und blickt zurück in die Geschichte. Und ist im nächsten Schritt wieder in der Gegenwartt. Wie passt das zusammen: Des Pudels Kern sind Objekte, die im Alltag aufgrund von starker, beschleunigter Digitalisierung und Technologisierung, immer mehr aus unserem Leben verschwinden und oder gar zum großen Teil von anderen Produkten verdrängt werden. Dies betrifft die Bereiche Literatur, Kommunikation, Musik oder aber auch die Alltagskultur.

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Youtube-Channel mit Timeline vom „Museum Of Obsolete Objects“

Jung von Matt haben sich einige dieser „Alltagsobjekte“ vorgenommen und zu den Dingen die kurze Funktionsgeschichte gefilmt. Heraus kamen viele kleine Videos auf Youtube, unter anderem zu dem Telefon mit Wahlscheibe, der sperrigen und hauchfünnen Floppy-Disc, der nostalgisch anmutenden Schalplatte oder auch dem praktischen Taschenrechner.

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Video-Beispiel „Floppy-Disc“ im „Museum Of Obsolete Objects“

Die Kommentare im Youtube-Channel, die nach kurzer zeit schon sehr zahlreich waren, lassen tief blicken. Nach kurzer Zeit kommentierten viele mit sachdienlichen Hinweisen, welche Objekte ebenfalls in das „MOOO“ aufgenommen werden sollten. Da hat die Agentur noch Einiges zu tun, wenn sie – wie es auch in regulären Museen so ist – ihre Sammlung stetig erweitern wollen. Doch genau das inplizieren die hübsch gemachten Kurzfilme: Dass man sich Gedanken darüber macht, was man selbst vor 10, 15, 20 Jahren noch genutzt hat, aber bereits seit einiger Zeit von der persönlichen Bildfläche verschwunden ist. Und wenn es einem eingefallen ist, kann man gar nicht anders, als darauf hinzuweisen.

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Kommentare im Youtube-Channel vom „Museum Of Obsolete Objects“ mit weiteren Exponat-Vorschlägen

Mein Fazit: Selten war ich auf den ersten und zweiten Blick so begeistert von einem PR-Online-Museums-Projekt wie diesem, welches wirklich ausbaufähig und durch Mithilfe der Community (Youtube und anderen Netzwerken) einen wirklich partizipatiorischen Ansatz haben kann – und der offensichtlich auch funktioniert. Die Frage ist, wie Jung von Matt/next damit umgeht und wie die Zukunft des „MOOO“ aussehen könnte. Ich würde mich freuen, wenn das Projekt inhaltlich und konzeptionell noch weiter entwickelt wird.

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