Communicating The Museum #CTM11 im Museum Kunstpalast, Düsseldorf. Tag 3 der Konferenz

Nach einem aufregenden ersten Tag und hochinteressanten zweiten Tag stand am vergangenen Freitag noch der letzte finale 3. Tag der „Communicating The Museum – The Museum And You“ (#ctm11) auf dem Programm. Auch am letzten Konferenztag konnte man als Teilnehmer wieder gespannt sein: Auf hochkarätige Sprecher, interessanten Austausch und – nicht zu vergessen und an dieser Stelle soll es auch nochmal erwähnt werden – einen super Sevice rund um die Tagung im Museum Kunstpalast, welches sich hervorragend für solche Events eignet. Im Fazit: Es gab nichts zu bemängeln außerhalb des Programms: Das Catering stimmte, der Kaffee war konstant super );-)) die Wlan-Verbindung im Hauptsahl war stabil und auch sonst war alles pefekt organisiert. Noch einmal danke dafür!

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Nun aber noch zu 2, 3 Tagungspunkten, die verschiedene Kommunikationsmaßnahmen von internationalen Museen beleuchteten. Den Start machte Laura Wright von der TATE aus England. Allein ihr erstes Statement zur Institution macht deutlich, worauf es heutzutage im Museum (auch) ankommt: „I love the TATE, and I really love to make money for the TATE“. Eine solche Aussage und Berufseinstellung zeigt, wie gerne Laura Wright produktiv für die Institution arbeitet. Hat mir sehr gefallen. Ferner defnierte sie das Publikum als Menschen, die wegen der Kunst, des Museums und des sozialen Raumes in die Tate kommen. Die meisten kommen aus sozialen Gründen in die Tate und häufig in sozialen Gebilden mit Freunden, Familie,… Da innerhalb der Museumsbesuche gerne Andenken mitgenommen werden, erklärte sie unterschiedliche strategische Ansätze von Museumsshops und untermauerte diese mit Geschichten z.B. über Künstler und Schüler, Senioren und Studenten. Jeder hat eine unterschiedliche Wahrnehmung von Museumsshops und deren Angebote. Darauf müsse sich ein Museum einstellen, so Wright. So stellt die Einrichtung die Zielgruppenfrage in jeglicher Richtung. Ergo: Jedes Angebot wird richtung Besucher geplant – dabei ist die „Umgebung“ von immenser Bedeutung. Wright bringt es auf den Punkt: Das Denken der Besucher muss in die Entwicklung von Angeboten essentiell eingebettet werden. Recht hat sie.

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Das nicht nur die Erwartungen des Besucherkollektivs entscheidend sein können, sondern auch deren Zahlungskraft und -willigkeit zeigte das nächste Projekt des Louvre in Paris. Hier wurde bei einer Crowdfunding-Aktion ein Bild von Lukas Cranach d. Ä. („Die drei Grazien“) für mehrere Millionen für die Eigene Sammlung angekauft. Dabei konnten Museumsfans aus aller Welt (vorwiegend waren es aber Franzosen und keine Touristen, die spendeten) einen beliebigen Betrag für „Die drei Grazien“ beisteuern. Über 70 % der Spender waren einmalige Spender, die nicht direkt mit dem Museum verbandelt waren (also nicht die regelmäßigen Geldgeber). Der Durchschnittsbetrag lag bei ca. 50 Euro, es wurden aber auch teilweise mehrere Tausend Euro auf einmal gespendet. Eleonoré Valais de Sibert vom Louvre erzählte detailliert, wie die Aktion kommuniziert wurde. Vorwiegend ging es der Einrichtung darum, nicht einen übergeordneten Sponsoren für die Anschaffung zu finden, sondern individuelle Unique-Spender, die ein Interesse an der Sammlung und der Institution des Museums haben. Bei einem der meistbesuchten Museen der Welt mit ebenfalls einem der höchsten Zufriedenheitsraten sollte dies nicht unbedingt ein Problem darstellen. Doch auch für den Louvre war dies eine Premiere, die im Endeffekt eine gute Resonanz erfuhr. Durch clevere Marketingstrategien, direkte Ansprachen und ein gutes Kommunikationskonzept auch im Social Web wurde schnell der nötige Betrag für „Die drei Grazien“ erreicht. Über das Projekt heraus wurde auch der „Young Patron Circle“ vorgestellt. Dieser Kreis an Louvre-Fans war mitverantwortlich für den Erfolg der Cranach-Aktion. Insgesamt wagte sich das Louvre mit dem Projekt in eine andere Richtung als zuvor. Ihr Slogan: „The Louvre Museum needs YOU!“ beschreibt diesen Perspektivwechsel sehr treffend. Ein klasse Beitrag auf der Konferenz.

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Nach einem kurzem Zwischenspiel von Phillippe Diallo, Direktor des UCPF, der einen Vortrag zum Thema Fußball hielt und dabei versuchte, die Parallelel von Kunst und Sport wie Leidenschaft, Kollektiv, Erlebnis und vieles mehr rüberzubringen (was ihm auch gut gelang!), klärte Dorothée von Posadowky von E.ON über die „Do’s and Don’ts“ im Kultursponsering auf (sehr hilfreich!). Danach ging es im letzten Teil in die Gruppenarbeit (Key Learnings). Jede einzelne erhielt von Jane Wentworth vom Van Gogh-Museum, die als Moderatorin und Support in Erscheinung trat. Ich war in der Gruppe, die sich um das Thema Kulturkommerzialisierung kümmerte. Ein für 20 Minuten viel zu weitgestecktes Thema, sodass der einheitliche Konsens am Ende war: „Find out the balance of event and content driven ways for the cultural experience.“ Es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht, sich mit einer Vielzahl an Museumsmenschen auszutauschen!

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Vielen Dank für die klasse Konferenz. Wer auf twitter noch weiteren Tweets forschen möchte: Einfach den Hashtag #ctm11 eingeben. Bilder, Videointerviews und weiteres von der Tagung werden wohl alsbald im Web unterhttp://www.communicatingthemuseum.com/ und http://www.agendacom.com/ zu finden sein. Ein persönlicher Zusatzvermerk: Erfreulicherweise durfte ich Diane Drubay kennenlernen, die in Frankreich sich um das Thema Museum und Social Web kümmert und auf Basis des Themas eine Agentur gegründet hat. Ein sehr spannenden Austausch brachte diese Begegnung mit sich.

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