Communicating The Museum #CTM11 im Museum Kunstpalast, Düsseldorf. Tag 2 der Konferenz

Düsseldorf im Konferenzfieber. Heute stand der Tag 2 der „Communicating The Museum – The Museum And You“ #ctm11 im Museum Kunstpalast an.

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Es standen wieder viele Beiträge auf dem Programm und ebenfalls einige spannende Workshops am Nachmittag, wo man sich erneut auf 3 beschränken musste. Bereits gestern gab es schon viel vielfältigen Input. Dies sollte sich heute ebenfalls wie ein roter Faden durch den Tag ziehen. Auch heute versuche ich das Gesehene innerhalb des Blogpost auf den Punkt zu bringen. Was ich vorab sehr nett fand war, dass zum Start einige Tweets des Vortages an die Wand projeziert wurden. Einige von mir waren auch dabei.

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Aber zurück zum Tagungsprogramm: Einen besonderen Blick auf die Angebote von Museen hatte James Livigston Wallace, Kunstsammler und Museumsfan. Er reiste mit seiner Familie über die Kontinente und besuchte hunderte Museen. Auf der Konferenz präsentierte er 10 Thesen zum „Aha-/Hmmm-Effekt“ von Besuchern im Museum, die auf seinen Beobachtungen beruhen. Leider untermauerte er seinen Beitrag nicht mit Folien/Bildern und war auch nicht immer gut zu verstehen, sodass seine Thesen nicht deutlich wurden meiner Meinung nach. Schade.

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Während Wallace sprach wurden Zettel auf den Tischen verteilt, die bereits den nächsten Vortrag vom MoMA ankündigten. Kim Mitchell und Julia Hoffmann konkretisierten ein Projekt, dass Victor Samra gestern bereits in seinem Beitrag bei der Vorstellung der Online-Strategy des MoMAs angerissen hat. Das Projekt „I went to the MoMA and…“. Eine Aktion, bei der jeder Besucher dem MoMA mitteilen konnte, was das Museum für einen bedeutet. Heraus kamen die unterschiedlichsten Formulierungen, Zeichnungen, Sprüche, und und und. Die Website gibt einen kleinen Einblick auf das, was die Menschen abgegeben haben. Mit Begeisterung schilderten die beiden Damen des Museum of Modern Art, wie die Kampagne zustande kam und wie sie außerhalb der Website als kleine Heftchen (siehe Bild), Plakatwände und vieles mehr nach außen kommuniziert und publiziert wurden. Museumskommunikation und -marketing at its best. Wenn nicht vom MoMA, von wem dann?! Zuletzt sah man bei der Frage, wer schonmal im MoMA vor Ort war, geschätzt 80 % der Arme in die Luft gehen. Ebenso viele kritzelten ebenfalls etwas auf die ausgelegten Zettelchen, sodass die Website der Kampagne sich über neues „Futter“ freuen kann.

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Das zweite Projekt, welches stark auf Offline- und Online-Partizipation zielte, war die Ausstellung von Anish Kapoor im Grande Palais Paris mit dem Namen „Monumenta 2011“. Die Menschen konnten das Kunstwerk vor Ort begehen und so zum Teil des Werkes werden. Es durfte, bzw. es sollte fotografiert werden. Die Ergebnisse konnten dann im Social Web eingespeist werden und wurden somit Teil eines großen Kunstprojektes. Ein Blick auf die Website der Monumenta 2011 lohnt sich und zeigt einiges mehr.

Vor der Mittagspause wurden noch einige Projekte der Pecha Kucha vorgestellt. Da es mehrere sind will ich hier nur eins herausstellen, welches ich aus museumspädagogischer Sicht auch sehr empfehlen kann. Dabei handelt es sich um das MobilesMusikMuseum zum Mitmachen von michael Bradke. Bei dem Projekt geht es darum, Menschen die Entstehung, den Sinn und die Möglichkeiten von Geräuschen, Sounds, Klängen, Kunst und vielem musikalischem Mehr zu vermitteln. Dabei wirkt der Besucher – ob groß oder klein – aktiv mit. Er ist Produzent und Konsument. Bradke liefert nur Werkzeuge mit teilweise aberwitzigen Konstruktionen. Ein wirklich gelungenes Experimentierfeld.

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Nach der Pause ging es für mich in die Session zum „Storytelling“, auf die ich sehr gespannt war. Natasha Woollard und Kate Minchin vom Kensington Palace und Hampton Court Palace präsentierten den Umgang mit dem geschichtenerzählen in den einzelnen Palästen und im Web. Ich war begeistert, welchen Wert bei der Betreuung der Besucher im Museum auf narrative Elemente gelegt wurde. Neben Events wie königlichen Festmahlen, Ritterspielen, Krönungszeremonien und Prinzessinnenveranstaltungen befinden sich überall in der Ausstellungsfläche „Taleteller/Explainers“ entgegen von Aufsichtspersonal und vermitteln die Inhalte der Paläste auf erzählerische Art und Weise. Ähnlich überträgt sich das aufs Social Web. Trailer zu geheimnisvollen Veranstaltungen finden sich bei Youtube genauso wie kindgerechte Cartoons mit Geschichten zu den Orten. Ein Blick auf den Webchannel lohnt allemal. Auch gerne wird bei Twitter mal ein Account für einen Tudor angelegt, wenn es ins erzählerische Konzept passt.

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Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Zum Ende hin schaute ich noch bei dem Vortrag zu Blockbuster-Ausstellungen im Victoria Museum in Australien vorbei. Auch hier fanden sich spannende Erkenntnisse. Der erste Aspekt war mir eigentlich vorher schon klar: Mit jeder Blockbuster-Ausstellung in den vergangenen Jahren stieg die absolute und durschnittliche Besucherzahl. Bei den eingekauften und ergänzten Ausstellungen wurden vor allem die Zielgruppe zwischen 25- 45 Jahre angesprochen. Also eher die klassischen Nicht-Museumsbesucher/innen. Dies ist erfreulich und zeigt die moderne Umgehensweise des Museums mit alten Klischees. Die Themen der Ausstellungen waren sehr plakativ: Von „Pompeii“ über „Tutanchamun“ und „Titanic“ bishin zu „Dinosauriern“ und „Mumien“. Nichtsdestotrotz forderte das Museum immer wieder Feedback (auch im Social Web bei Twitter und Facebook) und evaluierte die Ergebnisse für die kommenden Schauen. Also ein hoher Anspruch an Besucherkommunikation. Wichtig auch hier für den Museumsbesuch: Die Bereitstellung vielfältige Vermittlungsangebote für Jung und Alt. Ich fand den Vortrag sehr zahlenlastig, aber dennoch sehr aussagekräftig in Bezug auf Öffnung von Museen in mehrfacher Hinsicht.

Morgen geht es mit dem 3. Tag in die letzte Konferenzrunde. Auch dann werde ich soviel wie möglich an Informationen über meinen Twitter-Account @MuseumsHeld posten. Vielen Dank übrigens für das Interesse und Lob heute über Twitter!

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