Communicating The Museum #CTM11 im Museum Kunstpalast, Düsseldorf. Tag 1 der Konferenz

Heute fiel der Startschuss zu einem der jährlichen Gipfeltreffen in der Museumsbranche, wenn es um den Bereich Kommunikation geht. Ich habe das Glück, dass die Konferenz 2011 in erreichbarer und unmittelbarer Nähe stattfindet und auch dabei sein zu können. Für 3 Tage wird das Museum Kunstpalast in Düsseldorf der Ort, wo Wikipedia auf Google, tate Gallery auf das Van Gogh Museum oder das MoMA auf das Viktoria and Albert Museum trifft. jede Menge Museen aus der ganzen Welt sind vertreten. Eine spannende Mischung mit vielen unterschiedlichen Leuten, woraus sich anregende und kreative Gespräche ergeben.

2011-07-06_16-03-30_242.jpg.scaled1000

Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Das Programme besticht durch einen Mix aus Keynotes, Conversations und Lectures. Die Sprecher/innen und Themen waren gut gewählt. Im Anschluss an den Hauptteil bis zum Mittag war der große Robert-Schuhmann-Saal im Untergeschoss Ort des geschehen. Zum Start gab es eine Präsenttüte mit vielen Dingen für die Tagung. Klasse! Hinzu kam, dass der große Saal über freies Wlan verfügte und dass es somit ein reges Treiben auf Twitter mit dem Hashtag #ctm11 gab (in den anderen Räumen am Nachmittag war das mit dem Wlan leider nicht durchgehend gegeben). Hinzu kam ein gutes Catering (ja, auch das ist wichtig ;-)) zu den Kaffeepausen mit ausgefallen Kuchenkreationen und am Mittag durfte die typische Düsseldorfer Currywurst auch nicht fehlen.

2011-07-06_13-57-01_496.jpg.scaled1000

Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Doch zurück zu den Tagungsinhalten. Wie gesagt, der Vormittag gestaltete sich für alle Teilnehmer/innen gleich, am Nachmittag konnte man an aus 6 Angeboten 3 wählen, die im Stundentakt angeboten wurden (ich hätte mir gerne 4 angeschaut, aber nun gut…). Im Folgenden möchte ich einmal kurz die Beiträge zusammenfassen, die mir besonders gut gefallen haben.

Nach einer kurz gehaltenen Begrüßung startete Noreen Ahmad von LaPlaca Cohen mit dem Beitrag „Culture Track 2011“. In einer Studie sollte das Kulturverhalten amerikanischer „Konsumenten“ ermittelt werden. Dabei kamen viele Ergebnisse heraus, die Frau Ahmad in zügiger Form präsentierte. Eine grundsätzliche Schlussfolgerung, die auch meinen Arbeitsschwerpunkt betrifft, war, dass die Kulturgänger verstärkt Social Media als Informationsquelle nutzen. Dabei wurde die Studie aus 400 Befragungen erhoben: unterschiedliche Bildungsschichten, Wohnorte, Altersstufen. Innerhalb des Vortrags brachte Ahmad zudem einen mir bis dato nicht bekannten Begriff in die Runde: The Young Cultural Omnivores (städtisch, gebildet, wohlhabend). Man lernt nie aus. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Ahmed immer wieder in die Runde bringt: Engagement und Partizipation. Museumsgänger wollen erleben und sich mit einbringen. Mehr zur Studie.

2011-07-06_11-21-57_953.jpg.scaled1000

Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Die zweite Keynote bestritt Amit Sood, Manager des Google Art Projects. Er präsentierte gelungen das Kunst Projekt das weltweit in Zusammenarbeit mit 17 Museen in 11 Städten. Das Credo lautete google-typisch: „getting the art online for everybody“. Dementsprechend zeigte Sood, wie nah man an die Bilder der großen Künstler heranzoomen kann und wie die Ausstellungsräume der bekanntesten Museen der Welt virtuell begangen werden können. Auf eine charmante Art und Weise beantwortete er im Anschluss Fragen nach Copyrights und Co. Auf seine Frage hin, wer das Projekt kennt und schon mal ausprobiert hat, waren es gefühlte 99 % des Publikums, die die Hand hoben. In absoluten Zahlen: 12 Mio. User waren bereits auf der Seite und 90.000 haben sich eine Custom Gallery zusammengestellt. Google Rules.

Bis zur Mittagspause ging es in den Conservations um Branding-Themen. Branding, so der einheitliche Konsens, ist eines der großen Stärken von Museen heutzutage. Dies würde ich auch so unterschreiben und innerhalb der Beiträge z.B. von Damien Whitmore vom Victoria and Albert Museum oder Matthew Cock vom British Museum (die eine Kooperation mit Wikipedia eingingen) . Darüber hinaus wurde für die Pressearbeit ANEXT vorgestellt.

2011-07-06_15-40-33_54.jpg.scaled1000

Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Am Nachmittag widmete ich mich zuerst dem Vortrag von Barbara Wiench vom Museum Kunstpalast, die die Guerilla-Aktion „Kunst befreit!“ vorstellte. Dabei wurden überall in Düsseldorf – vom Bäcker über den Hauptbahnhof bis zum Rhein – große und kleine Aufsteller mit Motiven aus der eigenen Sammlung positioniert um die Bürger auf die Neupräsentation aufmerksam zu machen. Ich berichtete bereits in einem Blogpost über die Aktion. Der Vortrag fand in der Rubens Gallery statt, wo auch einige der Kunstwerke von den Aufstellern zu sehen waren. Besonders „nice“ fanden die Teilnehmer/innen die Sitzgelegenheiten – die Liegestühle mit „Kunst befreit!“-Motiven.

2011-07-06_16-44-37_462.jpg.scaled1000

Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

 

Der zweite Lecture hielt Loic Tallon von pocket-proof.com zum Thema „Mobile Experiences“. Dabei zielte sein Vortrag in erster Linie auf die Grundaussage, dass es eben nicht nur um technologie geht, sondern dass der Inhalt entscheidend ist. Nicht jede Appidee, jede QR-Code-Lösunf, jede AR-Technik funktioniert im jeden Museum. Er zeigte unterschiedliche mobile Lösungen, die für den Museumsbesucher unterhaltsam ist und gleichermaßen praktisch und einen Mehrwert bietet. Dies kann auch ein einfacher Audioguide sein. Wichtig ist, dass der Besucher die „mobile experiences“ in unmittelbaren zusammenhang mit dem Museum und seinen Inhalten setzt. Um den technologie-Aspekt zu verdeutlichen setzte er immer wieder pointiert historische Fotos ein, die verdeutlichten: Auf die Idee kommt es an, eine technologie für die Umsetzung findet sich immer. Ein sehr guter Beitrag!

2011-07-06_17-28-56_69.jpg.scaled1000

Communicating The Museum #CTM11 in Düsseldorf im Museum Kunstpalast

Der 1. Konferenztag neigte sich dem Ende. Doch ein Highlight stand noch an: Victor Samra vom Museum of Modern Art in New Yorkpräsentierte die Online Strategy des MoMAs. Das durfte ich mir nicht entgehen lassen. Samra stellte kurz das Museum ansich vor und kam schnell auf gelungene und sehr partizipative Projekte des Museums zu sprechen wie „30seconds-Video“„the artist is present“ oder „I went to the MoMA and…“. Viel wichtiger fand ich den einen Satz, der das strategische Handeln des MoMAs im Netz auf den Punkt bringt: „In the past you were what you owned, now you are what you share“. Dieses Statement habe ich auch bei Twitter gepostet und es wurde am meisten retweetet. Am Ende hatte ich noch kurz Gelegenheit, mit Victor Samra zu sprechen. Auf seine Frage hin, bei welchem Museum ich wäre, stellte es sich heraus, dass er das Neanderthal Museum kannte („I know it, it is about 15 minutes away from here“). Na wenn das mal kein guter Abschluss des Tages war🙂 Mehr zum MoMA gibt es morgen noch in einer Keynote.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: