re:publica 2011 in Berlin: 11 Erkenntnisse zum Web, Social Web und Deutschlands größter Webtagung

Die re:publica 2011 in Berlin ist vorbei und die größte Konferenz in Deutschland zum Thema „Blogs, soziale Medien und digitale Gesellschaft“ mit über 2500 Teilnehmer/innen hab ich jetzt ein paar Tage wirken lassen, bevor ich die ersten Erkenntnisse und Gedanken fixieren möchte. Ich bin im Rahmen meiner Tätigkeit am Neanderthal Museum und als Mitarbeiter der Mediathek (Internet/Social Web) auf die Tagung gereist, um neue Impulse und Ideen zu sammeln.

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re:publica 2011 in Berlin

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re:publica 2011 in Berlin, die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft.

Ich war gespannt auf viele Vorträge – da es eine breite Themenvielfalt gab – und Vortragende – denen ihr Ruf oft bekanntlich vorauseilt. Aber lange Rede, kurzer Sinn. Ich fasse die vielen Konferenzstunden in 11 Punkten einmal zusammen:

1, Internet als Betriebssystem der Gesellschaft Der für mich gelungenste Vortrag war der von Gunter Dueck. Neben dem charismatischen Auftreten hat Dueck viele Punkte der digitalen Jetztzeit auf den Punkt gebracht. Seine Definition des Internets als Betriebssystem der Gesellschaft hat mir sehr imponiert (wohl auch dem ganzen Saal – den Standing Ovations zu urteilen). Vor allem aber auch, wie sich Arbeitsmarktstrukturen und vor allem Jobprofile in naher Zukunft ändern. Vor allem die Tatsache, dass man besser mitbestimmen kann, wenn man als aktiver „Professional“ sich richtig dort platziert. Sehr zu empfehlen ist auch Duecks Website „Omnisophie“.

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re:publica 2011 in Berlin, die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft.

2, So wird Netzwerken leicht gemacht Nun wieder was Positives: Selten habe ich eine Tagung besucht, wo ich so viele Personen sah, mit denen ich bislang nur online vernetzt war. Da ist es schon klasse, sich im echten Leben auszutauschen und zu kommunizieren. Dies ist ja meist selten möglich, wenn der eine in Hamburg und der andere in München sitzt. Fürs Offline-Netzwerken war die re:publica auf jeden Falleine klasse Sache. Unter anderem nutzten die stART11en die Konferenz für ein kurzes Meeting in der Mittagspause am 2. Tag.

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re:publica 2011 in Berlin, die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft.

3, Youtube als Zukunftsmedia des Bloggings Ebenfalls sehr ansprechend fand ich die Darbietung „Youtube als Zukunft des Bloggings“von Sascha Pallenberg. Neben sympathischer Vortragsweise gab es hier knallharte Fakten zum Thema Videobloggen und Youtube-Nutzerzahlen. Sowie die Erkenntnis, dass sich gute Ideen schnell verbreiten und viele Views durchaus auch lukerativ sein können. Aber auch hier gilt: Nicht Ideen nachahmen, sondern selber kreativ sein und Inhalte bereitstellen, die sonst keiner hat.

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re:publica 2011 in Berlin, die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft.

4, Von Berliner Palästen und Scheunen Die Location Friedrichstadtpalast (gleiches gilt für den QCC) ist nicht nur beeindruckend, sondern auch gut geeignet für Keynote-Vorträge und interessante Sessions. Sie bieten Ambiente und genug Platz für viele interessierte. Bei der Kalkscheune wurde es räumlich teilweise schwierig. Bei vielen Veranstaltungen – auch wenn man früg genug da war, gab es weder Sitz- noch Stehplätze mehr. Der knappe Zeit- und Ablaufplan der Sessions taten ihr Übriges. Das ist bei steigenden Teilnehmerzahlen absehbar eine Baustelle, die es zu beheben gilt. Als „Entschädigung“ kann man vieles bereits jetzt online noch einmal anschauen (mehr dazu in Punkt 11).

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re:publica 2011 in Berlin, die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft.

5, Von Berliner Gnoccis und W-LAN Es folgen 2 weitere Kritikpunkte. Bei einem wusste ich schon, dass es stets Probleme gab und wie bei vielen Konferenzen war es oft Glückssache mit dem W-Lan. Aber wenn es bei einer Tagung mal kontinuierlich klappen sollte, dann doch bitte auf der re:publica😉 Letzte Kritik nimmt Bezug aufs Essen und den Kaffee: Beides sollte leckerer (und das Essen vor allem heißer) werden in 2012.

6, Von Google bis Wikileaks, von Facebook bis Gameblogs Bereits im Vorfeld war mir klar, dass ich mit meiner Spezialisierung auf den Kultur2.0-Bereich wenig Beiträge zu hören bekommen, die zielgerichtet in eine solche Richtung gehen würde (dafür ist die stARTconferencesicherlich eine bessere Konferenz). Klar war: Viele aktuelle Webthemen werden besprochen, erklärt, diskutiert und vorgestellt. Und das ist auch gut so. Denn es kommt natürlich bei Konferenzen auch immer auf einen umfassenden Einblick zu aktuellen Themen an und wie man sie für gewisse Einrichtungen umsetzen kann. Die Zusammenstellung der Themen fand ich sehr gelungen und nah am Webzeitgeist.

7, Mehr als nur ein bißchen Merchandise Ganz nett fand ich die Stände, die es im Rahmen der Tagung gab. Okay, ein paar mehr hätten es schon sein dürfen. Jedoch ließ ich mir gerne ein „re:“-Tasche am Stand von Spreadshirt drucken und auch neue Technik wie die Beamer-Cam von Sony konnte man bewundern. Ich finde, sowas gehört einfach dazu und trägt zur Unterhaltung bei.

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re:publica 2011 in Berlin, die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft.

8, HTML5 ist wohl „The Next Big Thing“ Ein Thema, was immer wieder auftauchte, war HTML5. Bislang kannte ich nur wenige Websites, die auf der Technologie basieren. Lediglich eine Museumswebsite war mir bekannt. Die Möglichkeiten, die HTML5 eröffnen, wurden mir im Beitrag „Journalism and the web“ am Beispielprojekt Knight-Mozilla ansatzweise deutlich. Zeitweise glich der Vortrag allerdings zur Werbeveranstaltung von zeit-online.

9, Totale Digitalisierung von Lesestoff Als ich in der Session zum Google Book- und Google Library-Projekt wurde klar, mit welchen allumfassenden Ideen Google an Online-Vorhaben herangeht. In den nächsten Jahren werden in Kooperation mit mehreren internationalen Bibliotheken so viele Bücher fürs Web bereit gestellt, dass die größte Bibliothek der Welt ganz klar Google sein wird und absehbar von keiner realen Bibliothek abgelöst werden kann. Der Vorteil für Nutzer: Man hat Zugriff auf jedes erdenkliche Buch auf der ganzen Welt (jedenfalls fast jedes). Beeindruckend!

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re:publica 2011 in Berlin, die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft.

10, Create A Game! Play the Game! Was ich bislang ein wenig unterschätzt habe: Der Gaming-Markt wächst und wächst und wird in naher Zukunft weiter explodieren. Da stellt sich die Frage nach guten Ideen und Umsetzungen für kulturelle Institutionen. Denn auch dort fallen mir nur wenige, gute Beispiele ein.

und zuletzt noch:

11, Nachbereitung und Dokumentation ist wichtig Und deshalb fand ich die re:publica kurze Zeit nach der Konferenz ebenfalls gut. Viele Beiträge sind bereits jetzt bei Youtube online zum Nachschauen und Nachvollziehen. Wenn man sich zwischen mehreren Vorträgen entscheiden musste oder noch nicht vor Ort war – für all das Verpasste gibt es nun im www entsprechend hinterlegte Medien. Wie z.B. diesen unterhaltsamen Beitrag von Sascha Lobo vom Mittwoch:

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