„Bring the stories to life“ – Transmedia Storytelling und Augmented Reality im Sukiennice Museum

Als ich neulich ein Video via youtube sah, war ich schwer beeindruckt, was sich manche Museen auf internationaler Ebene in Sachen Social Web einfallen lassen und vor allem, mit welcher Energie, Enthusiasmus und Investition sie kreativ eine gute Idee umsetzen und somit multimedale Möglichkeiten ausschöpfen – vor allem Kunstmuseen. Diese gelten seltener als multimedial.

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Das Sukiennice Museum in Krakau bei der schauspielerischen Inszenierung einiger Gemälde

Dem gesehenen Video voran geschaltet wurde das Vorurteil platziert, dass „Museen langweilig und nicht cool sind“. Unterhaltsam sind eher Videospiele, wo man gefordert wird und Geschichten erleben kann. So entstand eine spannende Idee, wie Partizipation im Museum (besonders von Jugendlichen und jungen Leuten) gefordert und gefördert werden kann. Herausgekommen ist dieses Doku-Video, das mich schwer beeindruckt hat.

Der Schlüssel, damit die Umsetzung funktioniert, sind die interessanten Geschichten rund um die 8 Gemälde des Sukiennice Museum in Krakau. Diese wurden ausgewählt, um eine virtuelle Welt und ein historisches Meisterwerk mit einander zu verbinden. Hinzu kommt ein transmediales Marketing. Überall in der Stadt wurden wie bei jeder größeren Ausstellung Plakate und Transparente aufgehangen – mit einem Unterschied. Auf den Plakaten wurden die Menschen aufgefordert mit den Bildprotagonisten zu kommunizieren – mit dem Handy. Und die Kunstwerke antworteten und schrieben eine SMS zurück. Die Kunstwerke hatten zusätzlich eigene Fanseiten bei Facebook, wo man mit Ihnen in Kontakt treten kann. So wurde z.B. das Gemälde eines Polnischen Königs zum Kommunikationsmedium des Museums auf Facebook. Der entscheidene Clou kommt dann in der Ausstellung. Mit einem Smartphone konnte man sich unter Zuhilfenahme von Augemented Reality-Technik die Geschichten hinter den Bildern in Videoform anschauen, die zuvor mit Schauspielern/innen aufgenommen wurden.

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Screenshot zu dem Trailer von „Bring the stories to life“ des Sukiennice Museums in Krakau

Der Effekt: ein wahnsinniges Presseecho, ausgebuchtes Museum, viele Prominente (, die gleichzeitig auch Influencer im Social Web und Medienwelt sind) besuchten die Ausstellung und zeigten ihre Begeisterung für Kunst und Kultur. Museum und uncool? Danach nicht mehr!

Was hier bei diesem Projekt passierte, ist beispielhaft für eine gelungene Aktion eines transmedialen Storytelling und einer Social Media Kampagne par excellance. Alle zur Verfügung stehenden Tools und Skills wurden genutzt, um das Produkt „Ausstellung“ optimal im echten Leben und im Netz zu bewerben. Dabei wurde die Vorfreude auf die Ausstellung – und somit auf das Live-Erlebnis – mit unterhaltsamen Aktionen im Vorfeld optimal beworben. Der Unterhaltungsfaktor neben der Kunst war mit dem Highlight der auf dem Smartphone zu sehenden Schauspielsequenzen optimal produziert. Dabei war er nicht der Mittelpunkt, sondern die erzählerische Ergänzung, die nicht von der Kunst ablenkt, sondern sie vielmehr lebendiger erscheinen läßt als jeder Audioguide es jemals könnte.

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