150 Jahre Print-Plakat – Nun ist es Zeit fürs „Social Placard“. Das Projekt GRAND TOUR 2010

Circa 4 mal pro Jahr ziehe ich für das Stadtmuseum Hattingen im Ruhrgebiet los, um Plakate, die die aktuellen Ausstellungsangebote innerhalb der Stadt bewerben sollen, in der Fußgängerzone „loszuwerden“. Mit Plakatrolle, Tesafilm und wohlüberlegten Worten ziehe ich los, um in Geschäften die schönen Ausstellungsposter zu bewerben, damit sie von den Inhaber/innen im Schaufenster oder Auslage aufgehangen werden wie hier an einem Beispiel vom museum kunst palast zu sehen.

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Ausstellungsplakat vom Museum Kunst Palast, aufgehängt in einem Waschsalon

Nun ist es so, dass ich seit 5 Jahren mittlerweile merke, dass immer weniger Geschäfte gibt, die die Plakate aufhängen können. Können deshalb, weil Franchise-Ketten auch in kleineren Städten den Aushang von Fremdwerbemedien nicht gestatten. Wo ich vor 5 Jahren noch gut 70 Plakate in die Fenster bringen konnte, sind es jetzt noch knapp 30. Hinzu kommt „legitime Wildplakatierung“. Doch nach 3-4 Stunden Aufwand denke ich mir: Bringt das eigentlich was?

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Die optische Reizüberflutung der Plakatwände: Was sticht noch hinaus?

Das Plakat als Printmedium hat Tradition. Heutzutage nutzt es fast jede Firma oder Institution zum Anlass von Events. Seit dem Aufschwung der Plakatlithographie Ende des 19. jahrhunderts in England gewann das Medium an großer Bedeutung. Litfaßsäulen wurden zugekleistert, Plakatwände mit hunderten von Postern bestückt. Es waren Blickfänge, die die Aufmerksamkeit der Menschen auf ein bestimmtes Ereignis oder Produkt lenkten. Das Bild hat sich zwar gewandelt, aber auch heutzutage gibt es jeder Menge Wände und Orte um das Medium einzusetzen. Es ist jedoch sehr teuer und unflexibel große und viele Flächen zu mieten und bestücken. Und davon ab: Wer achtet schon genau auf das, was an solchen Anschlägen beworben wird. In Erinnerung bleiben die wenigsten Kampagnen.. Ist also ein Umdenken angesagt?

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Missgeschick beim Plakatkleben, Federlithografie, um 1845 von A. Trunz

Kleinere Institutionen und Firmen können sich schon lange nicht mehr diese Möglichkeit des Marketings nutzen. Die Produktion ist nicht das Problem, vielmehr die Verteilung an prägnante Stellen. Orte, wo Menschen sich täglich bewegen und wo diese Plakate wahrgenommen und diejenigen, die es erreichen sollen, aufmerksam werden. Ist also ein Umdenken angesagt?

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Das Produkt zu Grand Tour 2010: Die Box zum Erleben der Kulturhauptstadt 2010

Seit 3 Wochen betreue ich zusammen mit Frank Tentler (Social Strategy) und Christoph Müller-Girod (Community Manager) das Projekt GRAND TOUR 2010. Bei einem Zwischentreffen entwickelten wir aus dem Projekt eine schlüssige Idee für die vorangehende Fragestellung. GRAND TOUR ist eine Art virtuelle Plakataktion über 6 Wochen, die auf ein bestimmtes Produkt aufmerksam machen soll. Dies geschieht mit Mitmachaktionen, Verlosungen und erzählerischen Input in den Social Networks (wie Facebook, Twitter,…). Ein Ort, wo sich heutzutage viele Menschen befinden, unterwegs sind, Events wahrnehmen, Angebote registrieren, interaktiv mitmachen, partizipieren, an Gewinnspielen teilnehmen wollen, als Multiplikator in Kraft treten.

Ein perfekter Ort um ein Event nachhaltig bekannt zu machen – mit einer Grundidee: Geschichten zum Produkt erzählen – genauso wie es ein Plakat machen kann. Geschichten sind der Schlüssel.

Aus diesem Brainstorming zu GRAND TOUR 2010 ist die Idee des „Social Placard“, dem sozialen Plakat, entstanden. GRAND TOUR 2010 ist das erste „Social Placard“. In 3 Wochen wenn das Projekt endet, können wir ein Fazit ziehen und das Konzept weiter optimieren. Was jedoch feststeht: Das „Social Placard“ kann und wird ein neuer Weg des Marketings und des Brandings werden können. Denn es befindet und breitet sich dort aus, wo die Menschen heutzutage auf Dinge aufmerksam werden: Im Social Web, am Computer und auf dem Smartphone.

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