Das ganz große Plus(!?): Das Social Web bekommt das neue Wunderkind „Google+“ – erste Erfahrungen, Funktionalitäten und Chancen

Wer hätte das gedacht. Nachdem Facebook und Twitter in den vergangenen Jahren so bedeutend für das Social Web geworden ist, haben (vorerst nur) Privatpersonen nun mit Google+, dem neuen sozialen Netzwerk des Suchmaschinenmoguls, ein neues Spiel- und Experimentierfeld um sich online zu vernetzen. Ich hatte das Glück, realtiv schnell nach dem Start des Netzwerks einen Account einrichten zu können. Doch natürlich zwängen sich auch bereits nach Anmeldung einige Fragen auf: Was ist an Google+ anders? Welche Vorteile hat es gegenüber bestehender Social Web-Strukturen, die man sich kontinuierlich, mit viel Arbeit und Mühe aufgebaut hat? Welche Gründe gäbe es für einen erneuten Umzug, wie man es (aus persönlicher Erfahrung gesprochen) schon von Myspace zu Studivz zu Facebook gemacht hat?! Umziehen hat ja auch immer was schönes. Noch schöner ist es, mehrere „Home“ zu haben. Und das ist (vorab gesprochen) auch für mich erst einmal die Lösung des Ganzen. Google+ ist so etwas wie die Zweit- oder Drittwohnung im Stil einer Luxusresidenz am Strand mit vielen netten Rahmenbedingungen und kleinen neuen Specials, die die anderen Wohnungen nicht haben. Knapp 4 Wochen ist Google+ nun schon aus dem Ei geschlüpft, die Schätzungen um die Nutzerzahlen schwanken in den Millionensphären (aktuell: über 20 Millionen Nutzer via posting auf der Google+-Fanseite bei Facebook). Aber was kann es nun genau und was gibt es neues Spektakuläres? Ich versuche mal, die bisherigen Erfahrungen zusammenzufassen.

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Screenshot der Startseite des neuen Netzwerks „Google+“

Das 1. Plus: Auf den ersten Blick ist Google+ schlicht, einfach und schön im Layout, es ist einfach zu bedienen und erinnert an vielen Stellen bei den Funktionen an Twitter und Facebook. Doch nach kurzem Einarbeiten ins Netzwerk werden eine Reihe von Vorteilen sichtbar, die Google meines Erachtens durch reine Beobachtung der Fehler und Probleme bei den anderen Netzwerken generierte.

Das 2. Plus: So ist beispielsweise das einfache Verwalten von Kontakten durch die „Circles“ möglich – etwas, was bei Facebook eine kaum zu bewältigende Aufgabe zu sein scheint (Es sei denn, man nimmt sich der Funktionen der „Listen“ an..). Durch die Circles kann gezielter gepostet, aber auch Informationen empfangen werden. man teilt mit den Kontakten in den jeweiligen Circles, hat aber auch die möglichkeiten, sich den Newsfeed eines Circles direkt abzurufen. Praktisch!

Das 3. Plus: Die „Sparks“. Die funktionieren wie eine integrierte Suchmaschine, wo Artikel aus dem worldwideweb zu einem Suchbegriff angezeigt und direkt geteilt werden können. Natürlich mit dem Circle, von dem man meint, dass er von Relevanz ist. So kann man zum Beispiel schnell passende Artikel zu vordefinierten Themen vor allem aus „klassischen Newsportalen“ filtern und verbreiten.

Das 4. Plus: Der Google+-Account ist automatisch mit allen Anwendungnen des Google-Kontos verbunden. Dass heißt mit Tools wie Picasa, Reader, Mail,… Das macht ein einfaches Verwalten von Daten möglich – sowohl für die interne, als auch die externe Kommunikation.

Das 5. Plus: Im direkten Bezug zur internen Vernetzung ist die mobile Version des Netzwerkes zu nennen. Google+ funktioniert bestens auf dem Android Handy (ebenfalls auf iPhones wie man im Netzwerk lesen konnte), was auch nicht für jedes Netzwerk immer gilt. Und man muss bedenken. Google+ ist noch in der Betaphase! Doch weiter mit den Vorteilen.

Das 6. Plus: Die „Hangouts“. Mit der Funktion kann man sich mit mehreren Personen im Video-Chat verabreden und austauschen, ganz ohne Skype, wie es jetzt bei Facebook integriert wurde. Bei beiden Anbietern ist die Verbindung und die Qualität konstant und äußerst gut. Daraus ergeben sich natürlich breite kommunikative Potentiale für die Zukunft und das nicht nur für den privat genutzten Sektor. Warum nicht einmal eine Videokonferenz und Fragerunde mit Fans eines Museums und Museumsleiter/in machen?!

Das 7. Plus: Die Plugins, die es bereits gibt. Das geht von dem +1-Button, der auf Websites eingebunden werden kann bishin zu Benachrichtigungen, die man sich direkt im Chrome-Browser anzeigen lassen kann. Oder es ist auch möglich, Meldungen über Google+ in andere Netzwerke wie Facebook, Twitter,… zu schicken. Jedoch muss jeder Nutzer die für sich sinnvollste Kombination des Services wählen und einrichten. Nicht bei jedem macht es Sinn, dass alles doppelt und dreifach auf den Plattformen zu lesen ist. Der Bereich der Plugins ist noch weiter ausbaubar und ich bin gespannt, mit welchen extras Google+ das Netzwerken weiter vereinfacht.

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Social Media-Grafik „The Real Evolution“, die nach der Einführung von „Goolge+“ im Netz kursierte

Für private Zwecke ist das Netzwerk so wie es ist schon völlig ausreichend. Hier und da gibt es noch Optimierungsbedarf. Was mir jedoch noch für eine sinnvolle, gewerbliche Nutzung fehlt, sind in erster Linie die Business-/Brand-Pages, die alsbald (nach Google+-Aussagen noch 2011) kommen sollen. Ich bin gespannt darauf, welche Unterschiede es zu den Fanpages auf Facebook gibt. Sowohl vom Design, als auch von den Möglichkeiten und der Vernetzung. Wie ich Google einschätze, wird es Funktionen geben, die es bei Facebook noch nicht gibt. Was das sein wird, bleibt erst einmal offen. Generell ist Google+ momentan auch noch ein Experimentierfeld, dessen Grenzen und Chancen ich weiter austeste bzw. unter Beobachtung halte.

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